17. August - Spontane Änderung unserer geplanten Reiseroute
[ Karte ]
Wir wurden früh von der aufgehenden Sonne geweckt. Unser Zeltplatz lag beim Frühstück in schönsten Sonnenschein.
Der Blick nach Süden verhieß das gleiche Wetter, nur der Paß im Norden machte uns Sorgen. Dort hinauf auf 710 m üNN sollte unsere
Route eigentlich führen. Wir konnten von dem eigentlichen Paß aber nicht viel sehen, die Berge waren von dunklen Wolken verhüllte,
es regnete dort heftig.
Was lag also näher, als der Sonne entgegen nach Süden zu fahren? Wir standen schon mit gepackten Rädern auf der Straße, als
wir uns ganz plötzlich dazu entschieden. Wir wollten das schöne Wetter noch ein wenig genießen und unsere geplante Route von
hinten aufrollen.
Also radelten wir die 10 km zurück zur Ringstraße und fuhren von dort in Richtung Westen. Wir beeilten uns, die nächsten 30 km
schnell hinter uns zu bringen. Die Ringstraße ist zwar für mitteleuropäische Verhältnisse immer noch abenteuerlich (auch wenn
sie mehr und mehr geteert wird), aber das war nicht die Art von Straße, wegen der wir nach Island kamen. Schließlich lag der Azweig
nach Bru (923) vor uns. Noch wenige hundert Meter steiler Anstieg, und wir waren auf dem besten Wege ins Hochland.
Nach einer ausgedehnten Mittagspause bei immer noch strahlender Sonne ging es entlang der Jökulsá á Dal weiter in Richtung Brú.
Die Strecke ist hügelig und sehr abwechslungsreich, so daß uns die Strecke bis Brú (31 km) relativ kurz vorkam. Unsere Planung sah vor,
daß wir uns kurz hinter Brú einen Zeltplatz suchten. Der "Ort" selber machte einen enttäuschenden Eindruck. Er bestand aus wenigen
Häusern und machte einen ausgestorbenen Eindruck. Irgendwie hatten wir im Hinterkopf, daß es hier eine Tankstelle geben sollte, die gab
es aber stattdessen in Aðaból, wie wir auf der Rücktour feststellten. So blieben auch Andreas' Bemühungen um eine Packung Zigaretten
umsonst.
Es gefiel uns hier also nicht besonders, und so war es keine schwere Entscheidung, trotz müder Beine und einsetzendem leichten Regens
noch ein paar Kilometer auf der F910 weiter zu radeln. Die erste Hochlandroute dieser Tour empfing uns gleich standesgemäß: Steigung
von teilweise über 10 % bei losem Untergrund setzten noch einmal hohe Anforderungen an Kondition und Konzentration. Erschwert wurde
das ganze durch aus dem Hochland zurückkehrende Auto, die natürlich (?) nur geringfügig von ihrer Spur abwichen, was uns das eine oder
andere Mal zum Absteigen zwang.
Aber irgendwann hatte auch das ein Ende. Wir erreichten die erste Furt, überquerten sie noch und bauten unser Zelt direkt am Fluß auf.