21. August - Vom Kverkfjöll zur Herðubreið
[ Karte ]
Unsere Wetterprognose vom Vorabend hatte Recht behalten, der Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein. Wir hatten uns heute einiges
vorgenommen und standen daher schon um 7.00 Uhr in der Hütte, zum Schrecken der Wirtin...
Die ersten 30 km kamen wir sehr gut voran. Die Piste war ziemlich eben und der Wind blies von achtern. Dann fing es allerdings, wie so
oft auf dieser Reise, an zu tröpfeln (eigentlich waren die Wolken fast nicht vorhanden und der Wind viel zu stark, aber es regnete
trotzdem) und die Windstärke nahm zu. Der Wind entwickelte sich zum Sturm, der uns frontal, oder noch schlimmer, von der Seite anging.
Die letzten 5 km bis zur F910 konnten wir uns wirklich nur auf das Vorwärtskommen konzentrieren und bekamen von unserer Umgebung
wenig mit (mal abgesehen von dem Sand in den Augen). Es erübrigt sich wohl zu betonen, daß wir wieder die Krepputunga betreten hatten,
das Gebiet, das sich schon während unser zwei Islandtouren durch extreme Wetterbedingungen "ausgezeichnet" hat.
Wir wollten es heute noch bis zur Herðbreiðarlindir schaffen, das bedeutete noch weiter 35 km für uns. Der Regen hörte zwar nicht
auf, dafür hatten wir zeitweise wieder Rückenwind, oder die Berge gaben uns Windschutz. Den Rest bewältigten wir wieder nach bewährter
Manier: Kopf ausschalten und auf den nächsten Meter konzentrieren.
Nachdem wir kurz vor der Oase noch einmal eine italienische Karawane von etwa 20 Geländewagen passieren lassen mußten, hatten wir den
Zeltplatz erreicht. Vielleicht lag es an daran, daß wir uns in den letzten zwei Tagen an eine Hütte gewöhnt hatten, wir entschlossen
uns auf jeden Fall, das Zelt nur zum Trocknen auszupacken und die Nacht in der Hütte des Zeltplatzes zu verbringen. Wir hatten Glück, es
waren nur zwei Schweizer dort, und so hatten wir sehr viel Platz. Draußen vertärkte sich der Sturm noch, und auch für den morgigen Tag
sah die Windvorhersage nicht besser aus. Wir genossen das Wetter durch die Fenster unserer Hütte, fühlten uns aber ein bißchen
wie Weicheier, da eine isländische Familie tapfer ihre Zelte aufbaute.