22. August - Fahrt zum Mývatn
[ Karte ]
Der erste Blick nach dem Aufwachen galt natürlich dem Wetter. Die Regenwolken hatten sich verzogen, und die Sonne war hervorgekommen.
Nur der Wind hatte an Stärke nicht nachgelassen. Allerdings hatte er gedreht und blies jetzt aus Süden, das bedeutete, wir hätten
die meiste Zeit Rückenwind. Mit diesen Aussichten sah der Tag schon viel besser aus, denn wir wollten wenigstens das Hochland
verlassen und uns eventuell noch in Richtung Dettifoss bewegen.
Die Oase Herðubreiðarlindir ist übrigens eine besondere Augenweide, wenn man einige Tage Hochland hinter sich hat. Das schon fast
üppige Grün ist Balsam für die Seele, man kann sich kaum sattsehen.
Der Wind war wirklich gut. Wenn wir standen, dann hatten wir immer das Gefühl, wir wurden geschoben. Bei Fahren konnten wir bei
relativ guter Piste über 30 km/h fahren, ein ganz neues Gefühl. Die 60 km bis zur Ringstraße hatten wir dann auch in drei Stunden
geschafft.
Jetzt stellte sich die Frage des weiteren Weges. Eigentlich wollten wir den Dettifoss diesmal von Westen befahren. Da sah das Wetter
aber wieder grau und düster aus. Wir entschlossen uns, dagegen und fuhren nach Reykjahlíð, was noch weitere 35 km bedeutete. Die
Ringstraße war gut zu befahren, eine lange Baustelle verschaffte uns sogar neoch einmal Hochlandgefühle. Viele Baustellenfahrzeuge,
die uns überholten, hinterließen uns eine unangenehme Staubwolke, so daß wir oft die Straßenseite wechselten, um dem Staub zu entgehen.
Kurz vor Reykjahlíð nahmen wir den letzten kleinen Paß und steuerten dann sofort den Supermarkt am Orsteingang an. Ausrechend
gestärkt mit Köstlichkeiten wie z.B. Yoghurt bauten wir unser Zelt auf dem nahegelegenen Zeltplatz auf. Hier hatte sich in den letzten
fünf Jahren nicht viel verändert, mal abgesehen von dem Küchenzelt, das die Betreiber des Zeltplatzes zur Verfügung stellten. Bevor
wir diese Einrichtung aber ausprobierten, nutzten wir die heißen Duschen. Heißes Wasser gibt es in dieser Gegend wohl in Hülle und
Fülle, daher war das Duschen auch umsonst. Einziger Nachteil: Der Schwefelgeruch des Wassers.
Abends genossen wir dann zum ersten Mal in Island das Nacht-/Kneipenleben. Wir kehrten in einer sehr schönen Kneipe direkt am Busbahnhof
des Ortes ein und genossen einige Gläser isländischen Bieres und Livemusik.