26. August - Rückkehr ins Hochland
[ Karte ]
Bei etwa 5°C und leichtem Regen bauten wir unser Zelt ab. Die Wolken hingen immer noch tief und schon nach wenigen Kilometern befanden
wir uns in selbigen. Bei gespenstischem Licht fuhre wir bergauf und bergab. Nach ca. 20 km erreichten wir den Abzweig der 907 in
Richtung Brú, wir bewegten uns wieder in Richtung Hochland. Auf dieser Strecke war in unserer Karte ein Museum eingezeichnet. Wir konnten
uns nicht so recht vorstellen, was in dieser Einöden als Anziehungspunkt dienen sollte. Da es dort aber auch ein Café geben sollte, ließen
wir uns auf den Abstecher ein.
Und es hat sich gelohnt. Vor uns tat sich ein restauriertes islandisches Torfhaus auf. Innen erwartete uns eine winzige, sehr gemütliche
Küche, in der uns Kaffee und eine Art Pfannkuchen serviert wurde. Außer uns hatten sich noch vier Norweger eingefunden. Später erhielten
wir noch eine kurze Führung durch das Haus und durften einige Erzeugnisse dieses Hofes probieren. Wer also plant, diese Strecke zu
befahren, der sollte unbedingt Halt machen.
Uns trieb es bald wieder auf unsere Fahrräder. Wir hatten uns für diesen Tag zwar kein richtiges Ziel gesetzt, wollten aber Brú auf
jeden Fall hinter uns lassen. Wir hatten endlich wieder mal Rückenwind und kamen schnell voran. Hinter Brú schlugen wir die Straße F910
in Richtung Snæfell ein. Bei Aðaból mußten wir die wohl tiefste Furt mit der stärksten Strömung dieser Reise durchqueren, wir hatten
aber die seelische und lautstarke Unterstützung eines kleinen Hundes, der unser Treiben aufmerksam beobachtete. Trotz des Anfeuerungsbellens
hieß es für mich mal wieder, die Lowridertaschen abnehmen und zuerst durch den Fluß tragen. Das hatte den Vorteil, daß ich schon mal
den besten Weg durch die Strömung suchen konnte. Ein voll beladenes Rad hätte man hier nicht halten können.
Dann kamen wir an eine Steigung, die Andreas nicht mehr am heutigen Tag bezwingen wollte. Da ich auch keine große Lust mehr hatte, bauten
wir unser Zelt am Fuße dieser Steigung auf.